Jede Druckluftanlage wird immer Kondensat erzeugen. Der richtige Umgang mit dem Kondensat ist eine wichtige Aufgabe. Aufgrund seiner Zusammensetzung stellt es nicht selten eine Gefahr für die Umwelt und ihre Produktion dar. Kondensat ist nicht selten hoch angereichert an Schmutz, Öl und Schadstoffen. Es entsteht an fast allen Bestandteilen der Aufbereitungskette: Kompressor, Zyklonabscheider, Kältetrockner, Filter oder dem Druckluftbehälter.

Die anfallende Kondensat-Menge ist abhängig der erzeugten Druckluftmenge und dem Zustand der verarbeiteten Luft. Auch die Jahreszeit spielt eine wichtige Rolle. Bei einem Kompressor (Druckluftmenge: 12 m³/min) fallen im Winter ca. 70 Liter Kondensat pro Tag an, im Sommer sogar bis zu 150 Liter.

Die Bestandteile des Kondensates sind:

  • Öl-Wasser-Gemisch
  • Schmutz wie Korrosionspartikel aus den Leitungen oder Verschmutzungen der Luft, die bereits vorher vorhanden waren
  • Schadstoffe aus Bestandteilen der angesaugten Umgebungsluft

Allein 1 Liter öliges Kondensat kann bis zu 1 Millionen Liter Grundwasser verunreinigen. Daher gilt ölhaltiges Kondensat als „besonders überwachungsbedürftiger Abfall“ (European Waste Code 130802) und ist mit besonderen Auflagen entsorgungspflichtig. Eine Entsorgung ist nur durch zugelassene Abfallentsorgungsfirmen möglich oder muss vor Ort aufbereitet werden.

Kondensat ableiten und aufbereiten

Kondensatableiter leiten Flüssigkeiten aus dem System, ohne das zu viel Druckluft entweicht. Die Ableitung erfolgt durch einen elektronischen niveauregulierten Kondensatableiter.

Kondensataufbereitung: Um Wasser und Öl zu trennen, gibt es zwei Möglichkeiten. Zum einen die Schwerkrafttrennung (Filtration) oder durch Spaltanlagen (bei Emulsionen).

Aufbereitung
Typ Statische Öl-Wasser-Trenner Adsorptionsspaltung Membranfiltration
Merkmale – Schwerkrafttrennung freier Öl- und Schmutzanteile

– Adsorption Restöl an Aktivkohle

– geringer Wartungsaufwand

– keine Fremdenergie

 

– zuverlässige Aufspaltung von Emulsionen

– einfache Verfahrensweise

– drastische Reduzierung der Abfallmenge auf <0,5 %

– Restölgehalt im Abwasser <1 mg/l

 

– Restölgehalt des aufbereiteten Abwassers <1 mg/l
Zu beachten – Trennung stabiler Emulsionen nicht möglich

– regelmäßiger Austausch der Aktivkohlefilter

– Entsorgung der Reststoffe und der verbrauchten Aktivkohle

 

– Verfahren für Druckluftkondensate mit emulgierten Ölanteilen <1 %

– Entsorgung abgeschiedener Flocken

 

– begrenzte Aufkonzentration

– Membrangefährdende Inhaltsstoffe ausschließen